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German Hypothermia Registry. Abnormal Amplitude-Integrated Electroencephalography and Acidosis as Key Criteria Initiating Therapeutic Hypothermia in Asphyxiated Newborns – Data From the German Hypothermia Registry
Welche Kriterien führen in Deutschland am häufigsten zur therapeutischen Hypothermie bei asphyktischen Neugeborenen?
Die aktuelle Auswertung aus dem deutschen Hypothermieregister gibt erstmals einen umfassenden Überblick darüber, wie Kliniken die Entscheidung zur therapeutischen Hypothermie treffen – und welche Parameter dabei tatsächlich den Ausschlag geben.
Methode:
Ausgewertet wurden Daten von 262 Neugeborenen aus 74 Neonatologien in Deutschland. Erfasst wurden sowohl metabolische Parameter (pH-Wert, Basendefizit, Laktat) als auch neurologische Befunde wie Sarnat-/Thompson-Scores und aEEG-Muster vor Beginn der Kühlung.
Ergebnisse:
- Ein pathologisches aEEG-Muster sowie eine schwere metabolische Azidose stellten die wichtigsten und häufigsten Kriterien für die Einleitung einer therapeutischen Hypothermie dar.
- Ein stark erniedrigter pH-Wert (pH < 7,0) zeigte eine besonders starke Assoziation mit pathologischen aEEG-Befunden.
- Basendefizit und Laktat spielten eine vergleichsweise geringere Rolle.
- Auch ein niedriger Apgar-Score nach 10 Minuten korrelierte ebenfalls häufig mit auffälligen aEEG-Mustern.
Fazit:
Die Daten unterstreichen den hohen Stellenwert der frühen neurologischen Diagnostik, insbesondere des aEEG, bei der Einschätzung von HIE-Schweregrad und Therapiebedarf. Unter den metabolischen Paramtern zeigt vor allem der pH-Wert eine starke Aussagekraft und korreliert am zuverlässigsten mit neurologischen Auffälligkeiten.
Bedeutung für die Praxis:
- aEEG sollte in der frühen postnatalen Phase als zentrales und objektives Entscheidungskriterium genutzt werden.
- Der pH-Wert sollte unter den metabolischen Parametern am stärksten gewichtet werden, da er den besten Hinweis auf eine relevante Enzephalopathie liefert
- Registerdaten ermöglichen eine kontinuierliche Qualitätssicherung und bieten eine wertvolle Grundlage für zukünftige Leitlinien und klinische Standards.